Kai Ehlers
Kai Ehlers

Kai Ehlers wurde am 19. April 1944 in der Stadt Brüx (in der Nähe von Prag) geboren. Nach Abschluss des Gymnasiums 1964 studierte er Germanistik, Journalistik und Theaterwissenschaft.

 

Seine politische Geschichte begann in den Sechzigern, als er das Studium zugunsten politischer Praxis beendete. Über die Außerparlamentarische Opposition (APO) und die neue Linke führte sein Weg Anfang der 80er Jahre in die kriselnde Sowjetunion. Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt seitdem auf den Veränderungen im nachsowjetischen Raum und deren lokalen wie globalen Folgen. Über zahlreiche Radio-Features bei verschiedenen Sendeanstalten im deutschsprachigen Raum, über Pressebeiträge, Vorträge und Veranstaltungen hinaus erschienen von ihm verschiedene Bücher zu diesem Themenbereich. Dabei richtete sich seine Aufmerksamkeit in wachsendem Maße auf die Erarbeitung von Alternativen zur globalen Finanz-, System- und Kulturkrise. Über seine publistischen Arbeiten hinaus ist er auch in entsprechenden Initiativen aktiv, die sich um die Erarbeitung solcher Initiativen bemühen.

 

Mit der Herausgabe des tschuwaschischen Epos “Attil und Krimkilte” in deutscher Übersetzung im April 2011 erweiterte er seine Aktivitäten auf die Erforschung des eurasischen Kultur- und Mythentraumes im Zuge dessen, was er “Projekt 13″ getauft hat. Darüber hinaus tritt die Frage, wie kann der Mensch in der globalen Perestroika Mensch bleiben, bzw. Mensch werden, zunehmend ins Zentrum seines Interesses. In diesem Zusammenhang stehen auch seine aktuellen Bemühungen um die Entwicklung einer – nicht nur auf Deutschland beschränkten – Schule des Labyrinthes.

 

Die wichtigsten Veröffentlichungen von Kai Ehlers zum Thema der nachsowjetischen Transformation sind:

 

- «Gorbatschow ist kein Programm», Konkret Literatur Verlag, Hamburg, 1990 (Eine Situationsskizze der Perestroika am Beispiel Leningrads im Herbst 1989)

 

- «Sowjetunion – Mit Gewalt zur Demokratie? Im Labyrinth der nationalen Widergeburt. Zwischen Asien und Europa», Verlag am Galgenberg, Hamburg, 1990 (Eine Skizze des Übergangs von M. Gorbatschow zu B. Jelzin, d.h. zur forcierten Privatisierung)

 

- «186 und eine Geschichte von der inneren Entkolonisierung – Eine dokumentarische Erzählung, Porträts und Analysen in drei Teilen», Schmetterling Verlag, Stuttgart 1994 (authentische Wahrnehmungen Russlands vor Ort auf dem Höhepunkt des Umbruchs 1992/3, in denen die Vielfalt des Landes hautnah erfahrbar wird)

 

- «Herausforderung Russland – Vom Zwangskollektiv zur selbst gewählten Gemeinschaft – eine Bilanz der Privatisierung»,, Schmetterling Verlag, Stuttgart 1997. (Geschichte der Entwicklung gemeineigentümlicher Strukturen in Russland vom Zarismus bis heute)

 

- «Erotik des Informellen- Impulse für eine andere Globalisierung aus der russischen Welt jenseits des Kapitalismus. Von der Not der Selbstversorgung zur Tugend der Selbstorganisation», edition 8, Zürich, 2004. (Bedeutung der Gemeinschaftskultur und der gemeineigentümlichen Strukturen Russlands für die globale Transformation)

 

- «Russland: Aufbruch oder Umbruch?», Pforte, Dornach, 2005 (Momentaufnahme der inneren Verfassung Russlands in der Wende zur „gelenkten Demokratie“)

 

- «Asiens Sprung in die Gegenwart. Russland – China – Mongolei, Entwicklung eines Kulturraums Inneres Asien», Pforte, Dornach, 2006. (Blick in einen Evolutionsraum)

 

- „Zukunft der Jurte. Gespräche rund um die Modernisierung des nomadischen Lebens. Mit Zeichnungen zur Jurtenentwicklung und Bildern aus dem nomadischen Leben. (Probleme der Erhaltung und Erneuerung nomadischer Kultur unter dem Druck der Globalisierung)

 

- «Grundeinkommen für alle – Sprungbrett in eine integrierte Gesellschaft», Pforte, Dornach, 2006 (Perspektiven für die Wiedergeburt des Sozialen heute)

 

- „ Russland – Herzschlag einer Weltmacht.“ Kai Ehlers im Gespräch mit dem russischen Schriftsteller und Dichter Jefim Berschin. Grafiken von Herman Prigann, Pforte, 2009 (Zur Frage: Was ist das Russische an Russland? Zur Frage der ethischen Neuorientierung im Umbruch)

- „Kartoffeln haben wir immer. (Über)leben in Russland zwischen Supermarkt und Datscha“, Horlemann Verlag, 2010 (Russland als Beispiel für eine mögliche Symbiose zwischen gemeinschaftlicher Selbst- und industrieller Fremdversorgung)

 

- „Attil und Krimkilte. Das tschuwaschische Epos zum Sagenkreis der Nibelungen. Übersetzt und Herausgegeben von Kai Ehlers in Zusammenarbeit mit Mario Bauch und Christoph Sträßner“, Rhombos, 2011 (Eine bisher unbekannte und unterdrückte östliche Variante aus dem eurasisch-europäischen Sagenfluss des 5. und 6. Jahrhunderts)

 

Alle Bücher können, soweit nicht vergriffen, im Buchhandel erworben werden. Auch direkter Bezug beim Autor ist möglich. Mail: info(ät)kai-ehlers.de; Tel: 040/64789791.

 

Hinweise auf weitere Arbeiten von Kai Ehlers finden Sie unter:

www.kai-ehlers.de, www.nowostroika.de, www.forum-integrierte-gesellschaft.de